OutfitsLove, Docs, Happiness

Love, Docs, Happiness

Als meine Freundin und ich zum ersten Mal mit dem Bus die damals ca. 30 km lange Weltreise nach Düsseldorf gemacht haben, um alleine shoppen zu gehen, waren wir ungefähr 13. Die Sonne schien durchs Fenster, und im Bus oder auf unserem Walkman lief „You‘re my heart, your my soul“. Silvia hat unglaublich auf Shakin‘ Stevens gestanden (sorry Silvia, dass ich das hier veröffentliche), ich war Spandau Ballet Fan, wir kamen mal aus unserem Dorf raus, und die Welt war sowas von in Ordnung. 

Ich schätze, dass ich mir entweder auf diesem oder auf einem der folgenden Ausflüge meine ersten Doc Martens gekauft habe. Es handelte sich jedenfalls um schwarze Dreiloch-Docs, und wir fanden die Story mit der säurebeständigen Sohle unglaublich cool. Seitdem habe ich fast immer ein paar Docs im Schrank, immer Halbschuhe, einmal Stiefel ohne Schnüre, nie Sechsloch. Wenn ich Docs anziehe, überkommt mich dieses Du-bist-in-meinem-Club-Gefühl, das nur beste Freundinnen miteinander teilen.

Über 35 Jahre nach der Busfahrt schlage ich letztens im Café eine Vogue auf und sehe ein Model mit einer schwarzen Marlene-Hose und genau den Docs, die ich damals hatte, nur eben in Schneeweiß. Daraufhin habe ich so lange diese Schuhe im Internet gestalkt, bis ich sie hatte. 

Wenn ich heute Frauen in meinem Alter mit Sechsloch-Docs sehe, weiß ich nie genau, ob ich deswegen innerlich heulen oder lachen soll. Ich habe mich nie so richtig als eine von ihnen gesehen. Man wird nie zu alt für Docs, wenn man sie mit 13 schon getragen hat. Aber ich bin mir nicht sicher, ob man nicht zu alt für Docs ist, wenn man erst mit 45 damit anfängt. 

Aktuell suche ich graue, aber in einem ganz bestimmten Grau. Mit Docs ist das wie mit Freundschaften. Wenn ich sie sehe, weiß ich, ob es die richtigen sind. Und wenn ich sie habe, halten sie gefühlt ein Leben lang.

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